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Monday, 17 May 2010

Hilal Sezgin zur Islamkonferenz

Hilal Sezgin in einem Interview zur Islamkonferenz im Deutschlandradio:
Aber ich hab manchmal auch den Eindruck, als seien muslimische Funktionstraeger allzu schnell beleidigt [...]
Hilal Sezgin: Ich glaube, dass ist der Eindruck, der manchmal entsteht. Tatsaechlich finde ich, dass die deutschen Muslimverbaende in allen kritischen Fragen der letzten Jahre sehr besonnen [...] sehr ausgleichend reagiert haben. Ich verstehe das inzwischen, dass die Verbaende sich wirklich genau ueberlegt haben: "Wollen wir da noch weiter mitmachen?" Ich glaube, das ist nicht beleidigt sein. Ich finde das eher mutig, dass man irgendwann sagt: "Ja, der Staat reicht uns zwar die Hand, aber ehrlich gesagt, da haengt soviel Bloedes dran [...] nur um mal mit dem Innenminister an einem Tisch zu sitzen, muss ich das nicht mitmachen."
Das gesamte Interview kann man sich hier anhoeren.

Friday, 14 May 2010

Muslime brauchen eine Stimme, fordert Kelek

Was ist mit Frau Kelek los? Man hoert in letzter Zeit relativ wenig von ihr, und sie ist auch nicht mehr so schrill, wie man es normalerweise von ihr gewohnt ist. Hier ist ein aktuelles Interview mit ihr im DerWesten:
Sie schreiben: Es gibt keinen aufgeklärten Islam. Fallen Sie damit nicht denen in den Rücken, die daran arbeiten?
Kelek: Einzelne säkulare Muslime gibt es auf jeden Fall. Aber dass wir es irgendwo institutionell schon geschafft hätten, beispielsweise eine wissenschaftliche Islam-Auslegung zu betreiben – da kenne ich wenige Beispiele. Jemand wie der Islamwissenschaftler Bassam Tibi wurde sowohl von den muslimischen Verbänden als auch von den deutschen Medien nicht ernst genommen. Es gibt viele, die einen aufgeklärten Islam wollen, aber kaum eine Institution und keinen Verband, die diese Position vertreten könnten.
Am Montag beginnt die zweite Runde der Islamkonferenz. Wer vertritt die Muslime in Deutschland?
Kelek: Ich sehe nicht, dass irgendein Verband für „den“ Islam oder „die“ Muslime sprechen könnte. Der Islamrat und der Zentralrat der Muslime sind dubiose Lobbyisten, die sich selbst disqualifiziert haben. Der Moscheenverband Ditib sollte die Chance nutzen, unabhängig von der Türkei zu werden. Der Bedarf unter den säkularen Muslimen ist groß, es ist Zeit, dass etwas Neues entsteht.
Woher kommt dann diese Schärfe unter den liberalen Musliminnen: Die Publizistin Hilal Sezgin wirft Ihnen antiislamische Klischees und einen „zu schrillen Ton“ vor, Sie halten Ihrer Kollegin Hatice Akgün vor, „Schmonzetten vom lustigen Migrantenstadl“ zu verbreiten.
Kelek: Ja, das ist sehr schade. So kritisch wie ich an mein Thema herangehe, fühlen sich viele anscheinend nicht angesprochen oder ich überzeuge sie nicht. Ich fordere ja besonders die Muslime auf, einen kritischen Blick zu wagen. Vielen passt das nicht.
Die Bundeskanzlerin warnt vor einer Islamphobie, einer wachsenden Angst vor dem Islam – hat sie Recht?
Kelek: Sie hat, glaube ich, etwas anderes gesagt: Die Bemühungen zur Integration sollten nicht durch die Vertreter der Religion behindert werden. Wir dürfen den Islam nicht nur kritisieren, aber wir müssen die Probleme benennen, weil wir die Säkularisierung nicht schaffen, indem wir nur Harmonie und Konsens suchen.
Aygül Özkan in Niedersachen ist die erste muslimische Landesministerin. Zülfiye Kaykin sitzt in NRW im SPD-Schattenkabinett. Sind das gute Zeichen – oder bloß Alibifrauen?
Kelek: Nein, das ist großartig. Diese Musliminnen bekommen die Möglichkeit, Verantwortung zu tragen. Das sind die ersten Früchte der kritischen Debatte, die wir endlich führen, wie in Deutschland ein muslimisches Leben gelebt werden kann, welche Grenzen es gibt, welche Wege. Ich hoffe aber, dass sie von den Migranten Integration einfordern und nicht nur die Schuld der Gesellschaft zuschieben.
Ministerin Özkan hat sich mit ihrem Wunsch die Kruzifixe aus den Schulen zu verbannen, in die Nesseln gesetzt.
Kelek: Sie wollte ja vermutlich über das Kopftuch und eine säkulare Schule sprechen. Meine Meinung dazu ist klar: Das Kopftuch gehört nicht in die Schule, weder bei Lehrerinnen noch bei Schülerinnen, da bin ich ganz bei Frau Özkan.
Ich habe seit einiger Zeit das Gefuehl, dass sich Frau Kelek immer mehr der Situation anpasst. Damit meine ich, dass ihr der Wind mehr und mehr ins Gesicht blaest (in Form von Kritik), und sie deswegen anfaengt, ihre frueheren Aussagen zu relativieren. Sie versucht sich jetzt so zu praesentieren, als ob es immer ihr Ziel gewesen waere, nur eine Debatte anzustossen, und den Eindruck zu erwecken, als ob 'Erfolge', wie die Benennung der Ministerin Oezkan, mit ihr Verdienst waeren.

Frau Kelek's derzeitiges Verhalten ist mit Vorsicht zu geniessen. Sie hat schon einmal in der Vergangenheit gezeigt, dass sie eine Opportunistin ist (siehe hier) und mit dem Wind segelt, den andere machen. 

Tuesday, 30 March 2010

Die bevormundete Minderheit

Es liegt etwas zutiefst Bevormundendes, sogar Undemokratisches in der Art der Besetzungspolitik der Deutschen Islamkonferenz. Das Ministerium berät, hinter verschlossenen Türen. Die Muslime warten ab, wer sie vertritt. Ein Kommentar von Hilal Sezgin in Qantara
Man nennt sie gern "säkulare Muslime". Kein Mensch weiß genau, was das ist. Wenn es bedeutet, dass sie für die Trennung von Staat und Religion plädieren, dürften die allermeisten Muslime in Deutschland säkular sein bis in die Knochen. 
Wenn es allerdings heißt, dass sie nicht an den Islam glauben, nur einen türkischen oder arabischen Namen tragen – wieso nennt man sie dann Muslime? Das deutsche Innenministerium jedenfalls, als Gastgeber der Deutschen Islamkonferenz, ist ganz verliebt in "säkulare Muslime". 
Unter Thomas de Maizière scheint das nicht anders zu sein als vorher unter Schäuble. Der hatte die türkischstämmigen Publizistinnen Necla Kelek und Seyran Ates in die Islamkonferenz gesetzt, wo sie, die den Islam pauschal als primitives patriarchales System ablehnen, ihre Energien konsequenterweise mehr in den Kampf gegen die Verbände als in die Zusammenarbeit mit ihnen investierten. 

Sunday, 28 March 2010

Frau Doktor's Hoellenfahrt geht weiter

Im 'Die Zeit' vom 26.03.2010 geht die Demontage von Frau 'Doktor' Necla Kelek weiter. Unter dem Titel Im Schatten boeser Vorurteile wird wieder mit ihrem neuesten Pamphlet abgerechnet. Hier sind die Highlights (Hervorhebungen von mir):
Necla Kelek will sich einen Islam neu erfinden. Ihr Buch "Himmelsreise" zeigt gut, warum ihr viele aufgeklärte Muslime darin nicht folgen.
Vor Jahren, als ich eine Interviewserie mit türkischstämmigen Frauen der zweiten Generation durchführte, fragten meine Gesprächspartnerinnen immer wieder, ob ich denn Necla Kelek kenne. Ihr erstes Buch Die fremde Braut war gerade erschienen, bereits damals war sie in vielen Zeitungen und Talkshows präsent. Und mehr als eine der von mir befragten Frauen erzählte mir irritiert, dass sie an sich eine paradoxe Reaktion feststellte: »So wie Kelek auf alle Türken schimpft, hab ich das Gefühl, ich muss die verteidigen. Ich versteh selber nicht ganz, warum. Wir sind nicht mal gläubige Muslime. Aber wenn ich diese Frau reden höre, geh ich sofort in Opposition.« – »Ich würde nie ein Kopftuch tragen«, sagte eine andere. »Ich würde sogar sagen, ich bin Feministin. Aber so geht das nicht. Damit hilft sie uns überhaupt nicht!« Wer ist also diese türkischstämmige Autorin Necla Kelek, die für so viele ihrer Landsleute ein rotes Tuch ist? Die aus Menschen, die oft genug selbst an und innerhalb ihrer türkischen oder muslimischen Gemeinden Kritik geübt haben, plötzlich Verteidiger derselben macht?

Saturday, 20 March 2010

Der Hass der Anderen

Unter dem Titel Der Hass der Anderen in der TAZ vom 16.02.2010 nahm die Publizistin Hilal Sezgin Stellung zu den Beitraegen der sogennanten 'Islamkritiker' Necla Kelek, Seyran Ates und Henryk M. Broder. Sie schreibt:
[...] In Deutschland heißen die bekanntesten Ankläger des Islams Henryk M. Broder, Seyran Ates und Necla Kelek. Kelek selbst verweist gern darauf, wie knapp in ihrer Kindheit Brot und Freiheit waren, auf dass ihr hartes Schicksal gleichsam für die Tiefe ihrer späteren Einsichten bürge. [...] In der taz griff Cigdem Akyol die Ethno-Karte auf und behauptete: "In der Debatte um Islam und Islamismus versuchen urdeutsche Feuilletonisten drei Einwandererkindern das Wort zu verbieten."