Showing posts with label Seyran Ates. Show all posts
Showing posts with label Seyran Ates. Show all posts

Saturday, 15 May 2010

Kelek, Schwarzer oder Broder: unlogisch, undifferenziert und fahrlässig

29 deutsche Autoren und Wissenschaftler setzen in dem Sammelband "Islamfeindlichkeit" der angeblichen Islamkritik fundierte Sachlichkeit entgegen. Telepolis sprach mit dem Herausgeber, dem Islam- und Politikwissenschaftler Thorsten Gerald Schneiders.
Herr Schneiders, der Titel Ihres Bandes lautet "Islamfeindlichkeit", nicht etwa "Islamophobie". Weshalb? Der letztere Begriff beschreibt doch gemeinhin Vorurteile und diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber Muslimen – und um nichts anderes geht es in dem Sammelband.

Thorsten Gerald Schneiders: Den Begriff "Islamophobie" halte ich für kritisch, weil er unpräzise ist. Zudem dient er beiden Seiten als Kampfbegriff. Eifernde Muslime nutzen ihn als Totschlagargument, um auch berechtigte, fundierte Kritik an ihrer Religion abzulehnen. Und die "sogenannten Islamkritiker" nutzen ihn, um alle Kritik an ihrer unsachlichen Kritik abzuschmettern und diese so durchzuboxen. Gegen dieses gegenseitige Aufeinandereindreschen wollten wir von Anfang an ein Zeichen setzen.

Zudem geht es bei dem Begriff "Phobie" um Ängste. Diese sind aber nicht immer vorhanden. Die Mitglieder der rechtspopulistischen Bürgerinitiative Pro-NRW, die unter anderem ein europaweites Minarettverbot anstrebt, wissen beispielsweise durchaus über die muslimische Religion und deren Institutionen Bescheid. Akademisch gesehen ist es ein Halbwissen, dennoch wissen sie mehr als der Normalbürger. Sie agieren also weder aus Angst noch aus Unwissenheit heraus, sondern greifen gezielt Aspekte auf, die ihnen zupass kommen, und betreiben damit eine ideologisch besetzte Propaganda.

In Ihrem eigenen Beitrag fokussieren Sie unter anderem Henryk M. Broder, Ralph Giordano, Necla Kelek und Alice Schwarzer, die Sie als "sogenannte Islamkritiker" titulieren. Ist das nicht eine recht moderate Bezeichnung? Immerhin fallen all diese Personen doch durch Provokationen auf, die oft greller und verfälschender nicht sein könnten.

Thorsten Gerald Schneiders: Um diese und auch andere Personen genau einzuordnen, müsste man sich im Einzelnen mit ihnen und den Aspekten ihres Schaffens auseinandersetzen. Jedenfalls von den zwei- bis dreihundert Seiten eines Buches von Kelek, Schwarzer oder Broder sind sicher nicht alle komplett unsachlich und falsch. Insgesamt aber ist ihre Argumentation unlogisch, undifferenziert und fahrlässig. Sie arbeiten mit Mechanismen, die persönliche Ziele verfolgen und keineswegs im Dienst einer seriösen Kritik am Islam stehen. Weder hat einer der Genannten Islam- oder zumindest Religionswissenschaft studiert, noch ist bekannt, dass einer von ihnen Arabisch spricht. Dennoch treffen sie immer wieder theologische oder historische Aussagen.

Dessen ungeachtet schimpfen und klagen sie an, ohne dabei je Konsequenzen aufzuzeigen. Was etwa soll die Konsequenz aus Ralph Giordanos Aussage "Der Islam ist das Problem" sein? Dass man den Islam verbietet? Den Koran verbietet? Dass alle Muslime ihrem Glauben so weit abschwören, bis er zufieden ist? Dass man alle Muslime aus dem Land wirft? Die – wie ich sie nenne – "sogenannten Islamkritiker" mögen mit dergleichen Gedanken spielen, lassen aber letztlich alles offen. Eben darin liegt die Gefahr. Sie sorgen für sozialen Sprengstoff und für bewusste Polarisierung in der Gesellschaft, wenn man so will, liefern sie den Zunder für die Hetze.

Die ablehnende bis feindliche Haltung gegenüber Muslimen ist in Deutschland eindeutig vertreten, wie Jürgen Leibold von der Universität Göttigen in seinem Beitrag darlegt. Zumindest glaubten im Jahr 2005 57,9 Prozent derer, die im Rahmen des Forschungsprojektes "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" befragt wurden, dass der Islam hierzulande seine Macht ausweiten wolle. Das sind Ansichten, die auch in anderen Ländern in der westlichen Hemisphäre vorzufinden sind. Wie erklären Sie sich soviel Mainstream?

Thorsten Gerald Schneiders: Vermutlich benötigt der Mensch tatsächlich permanent ein Feindbild, um sich selbst zu definieren. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion scheint sich die Rolle hier jedenfalls auf die Muslime verlagert zu haben.

Das ist auch durchaus praktisch, da sich der Islam keinem politischen Spektrum zuordnen lässt und somit als zu besetzendes Feindbild sowohl für rechte wie für linksextremistische Strömungen attraktiv ist.

Zudem ist der Islam auch hervorragend nutzbar für die persönlichen Ziele rechtspopulistischer Akteure, die einen bewusst rassistischen Auftritt scheuen. Aber "Islamkritik" ist en vogue – bisweilen wird man wird man von den sogenannten Islamkritikern in deutschen Radio- und TV-Diskussionen ja förmlich angeschrien, endlich Klartext gegen Muslime zu reden. So erhalten diese Akteure ihr Deckmäntelchen.

Hier spielt eine angeblich pathologische deutsche Zurückhaltung hinein, nach dem Motto: ‚An und für sich kritisieren wir ja nie etwas, hier aber dürfen wir endlich. Und nicht nur das –wir müssen es sogar, um auch unseren politischen Beitrag zu leisten.'

Wie der Philosoph und katholische Theologe Heiner Bielefeldt in seinem Beitrag betont, ist der Islam längst fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Daran gibt es nichts zu rütteln. Die Frage nach seiner echten Integration hingegen ist noch unbeantwortet. Halten Sie den von Bundesinnenminister Schäuble vorgeschlagenen islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen für einen gangbaren Weg?

Thorsten Gerald Schneiders: Muslimische Kinder bleiben hierzulande alleine zurück, während die anderen in den evangelischen oder katholischen Unterricht strömen. Sie dürfen dann Hausaufgaben machen, Nachhilfestunden nehmen oder still in der letzten Reihe sitzen. Das signalisiert ihnen: Ihr seid anders - wenn ihr Christen wärt, würdet ihr dazu gehören.

Verschärft wird das dadurch, dass sich viele junge Muslime über ihren Glauben definieren. Zwar betrachten sie Deutschland – und nicht etwa die Türkei oder andere Länder - als ihre Heimat, sehen sich aber von der Mehrheitsbevölkerung nicht akzeptiert. Also akzentuieren sie ihre Religion, auch wenn sie oft nicht einmal sonderlich religiös sind und über ihre Religion genauso viel bzw. wenig wissen wie ein Großteil der christlichen Jugend über seine. Aber ihre Religion kann man ihnen nicht absprechen.

Ein konfessioneller Unterricht würde ihnen einen fundierten Zugang zu ihrer Religion ermöglichen, ihnen deutsche Begrifflichkeiten wie etwa "Pilgerfahrt", die manche nicht mal kennen, klar machen. Es geht also auch um Bewusstmachung und Artikulation. Die Schüler können sich selbst besser kennenlernen und sich leichter zu Wort melden – was wiederum zum Dialog mit Nicht-Muslimen und zum gegenseitigen Verständnis beiträgt. Daher plädiere ich für konfessionellen Unterricht in den unteren Jahrgangsstufen und für Ethik oder Philosophie in den höheren, wenn die Schüler ihren Glauben bereits kennen.

Thursday, 13 May 2010

Hat Necla Kelek die Deutungshoheit?

Ein lesenswerter Artikel von Michaele Schlagenwerth auf Berlinonline:
Vor einigen Jahren, damals tobte in den deutschen Medien erbittert der Kopftuch-Streit, wiederholte die Soziologin Necla Kelek immer wieder Folgendes: Man dürfe das Kopftuch nicht verharmlosen, man müsse sich klarmachen, dass die Frauen mit Kopftuch die Frauen, die keines tragen, für Huren halten.
Mit der Realität der "normalen" Kopftuchträgerinnen hatte das schon immer herzlich wenig zu tun. Das konnte man wissen, auch wenn man persönlich keine einzige Muslima kannte. Man musste dafür nur im Bus oder in der U-Bahn sehen, wie alte Frauen, die eine mit, die andere ohne Kopftuch, vertraut und freundschaftlich beieinander saßen oder Teenager mit und ohne Kopftuch eifrig tuschelnd ihre Köpfe zusammen- steckten.
Trotzdem wurde Keleks Behauptung fast flächendeckend von den Medien aufgegriffen. Denn sie schien, auch wenn sie mit dem Alltag der einfachen, der "normalen" Muslime nichts zu tun hatte, eine Wahrheit über "den" Islam zu enthalten. Ebenso verhält es sich seitdem mit vielen anderen Statements von Necla Kelek. So oft wie wohl keine andere wird die promovierte Soziologin von Printmedien, Radiosendern und in Fernsehtalkshows eingeladen, um zu islamischen Themen Stellung zu nehmen. Und gern wird ihr dabei das, was sie zu berichten hat, geglaubt. Etwa, dass die Islamkonferenz und der gesamte Dialog mit den Islamverbänden gescheitert sei, weil diese "zu keinem Dialog fähig sind". Und dass Integration mit dem organisierten Islam nicht gelingen kann, vor allem weil dieser nicht bereit sei, sich zu säkularisieren.

Tuesday, 20 April 2010

Gute Tuerkin, Schlechte Tuerkin

Die tuerkischstaemmige Aygul Oezkan ist die erste Migrantin, die in Deutschland in ein Kabinett als Ministerin berufen wurde. Das hat natuerlich auch eine hitzige Diskussion bei den PIPIfanten von PI-News ausgeloest. Es wurde versucht, eine gute Muslimin/Tuerkin von einer boesen Muslimin/Tuerken zu unterscheiden. Aber seht selber, und bildet euch euer eigenes Urteil:

Wednesday, 14 April 2010

Ganz einer Meinung

In einer Pressemitteilung stellen die Republikaner ihr Landtagswahlprogramm fuer NRW vor. Zum Thema Islamisierung liest man:
Seyran Ates, eine Frauenrechtlerin türkisch-kurdischer Herkunft, hat es auf den Punkt gebracht: „Wir haben es mit einer sehr starken, selbstbewussten und teilweise ausgesprochen arroganten muslimischen Gemeinschaft zu tun, die sich eine von der Mehrheitsgesellschaft unabhängige Welt mit eigener Legislative, Judikative und Exekutive geschaffen hat. Kontakt zu Urdeutschen ist in dieser Gesellschaft gar nicht mehr nötig und oft auch nicht erwünscht.“ Großmoscheen mit Minaretten sind Speerspitzen der schleichenden Islamisierung unseres Landes durch diese Parallelgesellschaften. Der heutige türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat das vor Jahr und Tag unverblümt ausgesprochen: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Dagegen setzen die Republikaner ein klares Zeichen und fordern ein Minarettverbot für NRW durch eine entsprechende Ergänzung der Landesbauordnung.
Man sollte grundsaetzlich nicht ruhig sein, nur weil man Applaus von der falschen Seite bekommen koennte. Man kann es sicher nicht immer verhindern. Aber verwunderlich ist es schon, wenn die Argumente der sog. Islamkritikerinnen sehr oft von Rechtsaussen, und von Hetz-Seiten wie PI-News, aufgegriffen werden. Interessant ist dann die Empoerung der Damen, wenn sie darauf angesprochen werden. Mit den Schmuddelkindern aus dem rechten Sandkasten wollen sie natuerlich nichts zu tun haben.

Sunday, 11 April 2010

Feindbild Moslem

Ich habe vor kurzer Zeit das Buch Feindbild Moslem von Kay Sokolowsky gelesen, dass ich waermstens weiter empfehlen kann. Es ist eine Pflichtlektüre für jeden, der sich mit der neuen Fremdenfeindlichkeit, unter dem Deckmantel der Islamkritik, in der deutschen Gesellschaft auseinandersetzen möchte. Das Buch ist sehr gut recherchiert, und man  kann die  Argumente und Rueckschluesse des Autors gut nachvollziehen.

Anhand von Texten aus dem Hetz-Blog Politically Incorrect (PI-News) und den Aussagen von den sog. Kronzeugen Necla Kelek, Henryk M. Broder, Seyran Ates, Ralph Giordano und anderen 'Kritikern', wie Alice Schwarzer, macht er deutlich, wie Pauschalisierungen und Diffamierungen die Aengste vor den Muslimen schueren.

Fuer Sokolowsky ist die jetztige Islamkritik die Fortsetzung der Auslaenderfeindlichkeit aus den 80ern und 90ern. Er belegt es u.a. zum Beispiel anhand der Asyldebatte nach dem Fall der Mauer, die in den Brandanschlaegen von Moelln, Solingen, Hoyerswerda und Rostock ausarteten.

Ich moechte auch erwaehnen, dass das Buch im Umkehrschluss nicht islamfreundlich ist, weil die sog. Islamkritiker und Ihre Methoden unter die Lupe genommen werden. Im Gegenteil: Es kommt sehr deutliche Kritik vor. Allerding ist es objektiv gehalten und nicht polemisierend. Der Unterschied in Ton und Sachlichkeit, verglichen mit der Hetze und Polemik der sog. Islamkritiker, ist das Entscheidende.

Hier sind einige Aussagen von Kay Sokolowsky, die er in einem Interview mit Eren Guvercin gemacht hat:

Saturday, 3 April 2010

Die Evolution des Gastarbeiters

Dass ich nicht sehr viel von Necla Kelek oder Seyran Ates halte, die unter dem Deckmantel der Islamkritik ihren persoenlichen Rachekreuzzug gegen alles Muslimische gestartet haben; fuer die das Wort 'Differenzieren' ein Fremdwort ist; die alles verallgemeinern und in einen Topf werfen und daraus einen Brei kochen, der einen ziemlich bitteren Geschmack fuer die Muslime aller Lebensarten hat, muesste sich inziwschen herumgesprochen haben.

Das heisst aber nicht, dass die Damen nicht auch mal etwas Gescheites von sich geben koennen. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiss. Nichts is absolut. Das verdeutlicht auch sehr gut das Ying Yang Symbol (der kleine weisse Punkt im schwarzen Feld, und umgekehrt). Differenzieren ist eine sehr wichtige Eigenschaft. Im Grunde genommen ist es ja auch so, dass es oft darum geht, wie man etwas sagt, und nicht was man sagt (siehe dazu auch meinen Artikel Der Sultan hatte einen boesen Traum).

Friday, 2 April 2010

Kritik an der Kritikerin

Feridun Zaimoglu, ein deutscher Schriftsteller und bildender Künstler türkischer Herkunft, war Mitglied der ersten Islamkonferenz. In der Berliner Zeitung kritisierte er die Methoden von Necla Kelek und Seyran Ates, die ebenfalls Teilnehmer waren:
Herr Zaimoglu, Sie haben die Zusammensetzung der Islam-Konferenz kritisiert. Was ist das Problem?
[...]Das Problem ist, dass an diesem Tisch sogenannte fromme Männer und sogenannte, in der medialen Inszenierung als Islamkritikerinnen gehypte Frauen zusammenkamen, säkulare Musliminnen, die sich bei diesem ersten Treffen der Islamkonferenz über die Neo-Musliminnen der zweiten und dritten Generation ausließen. Aber diese Neo-Musliminnen, um die es da ging, die fehlten, sie konnten sich nicht wehren und nicht selbst Stellung beziehen.
Und warum fehlten die?
Ich habe auch angefangen mich zu fragen: Warum blendet man sie aus? Der Schluss liegt nahe, dass man sie nicht dabei haben möchte, weil sie nicht ins Bild passen. Diese Zusammensetzung - auf der einen Seite die orthodoxen Männer und auf der anderen die säkularisierten Frauen - das ergibt zusammen genommen ein sehr primitives Bild vom Islam. Es ist genau das richtige für diejenigen, die die Welt gern in gut und böse einteilen.
Das heißt, die Zusammensetzung der Islam-Konferenz reproduziert gängige Klischees vom Islam?

Thursday, 1 April 2010

Die Zeuginnen der Anklage

Hier ist noch ein hervorragender Artikel, den ich gerne mit den Lesern teilen moechte. Ich schliesse mich den Aussagen von Daniel Bax ohne Einschraenkung an (Hervorhebungen und Links von mir):
Wer differenziert, hat schon verloren: Mit ihrer Kritik an Necla Kelek haben Migrationsforscher eine nötige Debatte angezettelt. Doch deren konservative Fürsprecher halten lieber an ihren Vorurteilen fest, als eine sachliche Integrationsdebatte zu führen

Vor einer Woche veröffentlichten 58 Migrationsforscher, darunter Mark Terkessidis und Yasemin Karakasoglu, in der Zeit einen offenen Brief. Darin forderten sie, die deutsche Integrationspolitik solle sich besser auf Fakten stützen denn auf fragwürdige Kronzeuginnen wie die Bestsellerautorin Necla Kelek, die an dem diskriminierenden Einbürgerungs-Leitfaden in Baden-Württemberg mitgewirkt hat. Prompt konterte die Gescholtene mit einem klassischen Zirkelschluss: Ihre Kritiker seien selbst die Hauptschuldigen an den Integrationsproblemen, die es ohne sie nicht gäbe.

Doch wie absurd auch immer, Necla Keleks Wort hat inzwischen Gewicht - das sieht man schon daran, dass gleich drei Zeitungen, die taz inbegriffen, ihre Replik fast wortgleich druckten. So etwas hätte Martin Walser sicher auch gefallen. Schon als im vergangenen Jahr Keleks Buch "Die fremde Braut" erschien, wurde es vom damaligen Innenminister Otto Schily wohlwollend besprochen, obwohl dieser in seiner Amtszeit nicht gerade durch den Kampf gegen Zwangsehen aufgefallen war. Niemand störte sich daran, dass Necla Kelek in "Die fremde Braut" das genaue Gegenteil von dem behauptete, was sie einst in ihrer Doktorarbeit schrieb. Auch, dass sich die von ihr porträtierten Frauen nachträglich falsch zitiert und diffamiert fühlten, fand kein größeres Medienecho.

Von Kronzeugen und Halbwahrheiten

Ich habe einen aelteren Artikel von Dr. Sabine Schiffer, die Leitern des Instituts fuer Medienverantwortung, gefunden, wo sie u.a. die wichtige Bedeutung der Differenzierung eroertert. In den Diskussionen über Ehrenmorde und Zwangsheiraten sollten komplexe Sachverhalte weder reduziert, noch soziologisch verzerrt oder unverhaeltnismaessig ueberbewertet werden, wie Sabine Schiffer am Beispiel Necla Keleks und Seyran Ates erlaeutert (Hervorhebungen von mir):

Tuesday, 30 March 2010

Die bevormundete Minderheit

Es liegt etwas zutiefst Bevormundendes, sogar Undemokratisches in der Art der Besetzungspolitik der Deutschen Islamkonferenz. Das Ministerium berät, hinter verschlossenen Türen. Die Muslime warten ab, wer sie vertritt. Ein Kommentar von Hilal Sezgin in Qantara
Man nennt sie gern "säkulare Muslime". Kein Mensch weiß genau, was das ist. Wenn es bedeutet, dass sie für die Trennung von Staat und Religion plädieren, dürften die allermeisten Muslime in Deutschland säkular sein bis in die Knochen. 
Wenn es allerdings heißt, dass sie nicht an den Islam glauben, nur einen türkischen oder arabischen Namen tragen – wieso nennt man sie dann Muslime? Das deutsche Innenministerium jedenfalls, als Gastgeber der Deutschen Islamkonferenz, ist ganz verliebt in "säkulare Muslime". 
Unter Thomas de Maizière scheint das nicht anders zu sein als vorher unter Schäuble. Der hatte die türkischstämmigen Publizistinnen Necla Kelek und Seyran Ates in die Islamkonferenz gesetzt, wo sie, die den Islam pauschal als primitives patriarchales System ablehnen, ihre Energien konsequenterweise mehr in den Kampf gegen die Verbände als in die Zusammenarbeit mit ihnen investierten. 

Saturday, 20 March 2010

Der Hass der Anderen

Unter dem Titel Der Hass der Anderen in der TAZ vom 16.02.2010 nahm die Publizistin Hilal Sezgin Stellung zu den Beitraegen der sogennanten 'Islamkritiker' Necla Kelek, Seyran Ates und Henryk M. Broder. Sie schreibt:
[...] In Deutschland heißen die bekanntesten Ankläger des Islams Henryk M. Broder, Seyran Ates und Necla Kelek. Kelek selbst verweist gern darauf, wie knapp in ihrer Kindheit Brot und Freiheit waren, auf dass ihr hartes Schicksal gleichsam für die Tiefe ihrer späteren Einsichten bürge. [...] In der taz griff Cigdem Akyol die Ethno-Karte auf und behauptete: "In der Debatte um Islam und Islamismus versuchen urdeutsche Feuilletonisten drei Einwandererkindern das Wort zu verbieten."